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Blasenschwäche
(k)ein Problem
Was tun bei Blasenschwäche?
Viele Menschen sind leider von dem
Problem betroffen, unfreiwillig Harn zu verlieren. Blasenschwäche
wird die Erkrankung umgangssprachlich genannt. Das Fachwort dafür
ist „Inkontinenz“.
Rund 4 Millionen Menschen sind in Deutschland
von Blasenschwäche betroffen, so die offizielle Zahl. Weitere geschätzte
4 Millionen schweigen über ihre Erkrankung und behelfen sich eher
schlecht als recht. Jede vierte Frau und jeder zehnte Mann leiden irgendwann
in ihrem Leben an Blasenschwäche.
Es gibt verschiedene Ursachen für
Blasenschwäche und die Erkrankung wird nach Schweregraden unterschieden.
Ursachen
In der Schwangerschaft kann es zu unwillkürlichem
Harnabgang kommen, was in der Frühschwangerschaft hormonell bedingt
ist. In der Spätschwangerschaft übt das Baby einen großen
Druck auf die Blase aus. Während des Geburtsvorgangs wird die Beckenbodenmuskulatur
stark gedehnt, so daß es nach der Entbindung zu einer vorübergehenden
Blasenschwäche kommen kann. Durch gezielte Beckenbodengymnastik bekommen
die jungen Frauen das Problem recht schnell wieder in den Griff.
Bei Frauen in den Wechseljahren sinkt
der Estrogenspiegel, was das Risiko einer Blasenschwäche erhöht.
Häufige Harnwegsinfekte bei der
Frau gehören ebenso zu den Gründen. Manchmal ist auch eine Gebärmuttersenkung
bei Frauen in höherem Lebensalter die Ursache für Inkontinenz.
Hier hilft der Frauenarzt.
Beim Mann kommt es zur Verengung der
Harnröhre, dadurch staut sich der Harn in der Blase und geht unkontrolliert
in kleinen Mengen tröpfchenweise ab.
Formen der Harninkontinenz
Um Streß-Inkontinenz handelt
es sich in 60% der Erkrankungsfälle. Sie tritt auch bei jüngeren
Frauen auf. Streß bedeutet hier ein Druckanstieg in der Bauchhöhle,
wie er beim Niesen, Husten, Lachen oder beim Heben schwerer Lasten auftritt.
Eine geschwächter Beckenbodenmuskulatur kann dem Druck der Blase nicht
standhalten. Bei leichtem Druck verlieren die Betroffenen unfreiwillig
Harn. Betroffene können durch relativ einfache und wirksame Übungen
die Beckenbodenmuskulatur kräftigen. Täglich durchgeführte
Übungen können das Problem meist erheblich lindern oder sogar
vollständig beheben. Fragen Sie uns nach Prospekten mit Übungsanleitungen.
Der “Drang, Wasser zu lassen”, beschreibt
die am zweithäufigsten auftretende Form der Blasenschwäche, von
der sowohl Männer als auch Frauen betroffen sind. Sie wird Drang-Inkontinenz
genannt. Ursache ist eine Fehlsteuerung im Gehirn, weil es nicht erkennt,
wie voll die Blase ist. Normalerweise hat die Blase ein Fassungsvermögen
von 300-500 ml. Wird die Kapazität nicht trainiert, tritt der Harndrang
immer früher auf oder er ist plötzlich so stark, daß sich
die Blase zusammenzieht und unaufhaltsam Urin entleert.
Die Überlauf- bzw. Tröpfel-Inkontinenz
ist eine Blasenentleerungsstörung. Sie tritt bei Abflußhindernis
oder bei Muskelschwäche der Blase auf. Die Blase ist ständig
prall gefüllt, jedoch gehen nur kleine Urinmengen in unregelmäßigen
Abständen und unkontrolliert ab. Die Blase ist nie vollständig
entleert.
Beim Mann tritt die Tröpfel-Inkontinenz
auf, wenn die Harnröhre durch die vergrößerte Prostata
verengt ist. Bei Frauen tritt sie bei Erkrankung der Blasenmuskulatur oder
des Nervensystems auf.
Wie Sie Hilfe finden
Den ersten Schritt haben Sie selbst
in der Hand, indem Sie sich vertrauensvoll an ihren Arzt wenden. Er wird
die Ursache Ihres Problems herausfinden und Ihnen die beste Therapie empfehlen.
Hilfsmittel aus der Apotheke
Je nach Schwere der Erkrankung gibt
es verschiedene Formen und Größen von qualitativ hochwertigen
Inkontinenzhilfsmitteln. Viele behelfen sich noch mit den üblichen
Damenbinden, die auf die Bedürfnisse bei der Monatshygiene abgestimmt
sind. Diese haben aber nicht die Aufnahmekapazität für größere
Mengen an Urin und enthalten auch keinen Geruchsbinder. Spezielle Produkte
bei Blasenschwäche gibt es von verschiedenen Anbietern in verscheidenen
Größen.
Für leichte Formen von Blasenschwäche
gibt es speziell entwickelte, dünne und dennoch hochsaugfähige
Einlagen für die Unterwäsche in verschiedenen Saugstärken.
Sie tragen nicht auf und bieten problemlosen Schutz im Alltag. (z. B. Molimed®,
Attends® discret oder soft, Tena® lady)
Für Männer mit Tröpfelinkontinenz
gibt es ebenfalls speziell als Tasche geformte Einlagen (z. B. Molimed®
M).
Bei mittlerer bis schwerer Form der
Inkontinenz (auch Stuhlinkontinenz) für mobile Patienten gibt es anatomisch
geformte Vorlagen, ebenfalls in verschiedenen Saugstärken, die idealerweise
mit einer speziell entwickelten Netzhose getragen wird (z. B. Moliform®).
Für schwerste Formen der Inkontinenz,
insbesondere für bettlägrige Patienten geeignet gibt es die Inkontinenz-Slips
(z. B. Molicare®-Windelhosen), auch in verschiedenen Größen
(nach Körperumfang) und in zwei Saugstärken (für den Tag
und für die Nacht).
Wir haben für Sie in der Apotheke umfangreiches Informationsmaterial und kostenlose Muster der verschiedenen Produkte. Wir beraten Sie gern rund um das Thema Blasenschwäche.
Sprechen Sie uns an! Ein vertrauliches
Gespräch ist in unserem Beratungsraum jederzeit möglich.
Ihre Apothekerin
Angelika Kreisel
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